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21/11/2016

Film: "Tschick" von Fatih Akin

fatih-akin.jpgTschick

von Fatih Akin
Deutschland / 2016

Fatih Akin ist schmaler geworden seit unserem Interview vor zwölf Jahren, als sein Film „Gegen die Wand“ in die Kinos kam. Er ist heute auch etwas leiser. Es ist viel passiert seit damals. Nach dem riesigen Erfolg jener Tage musste er erste Niederlagen einstecken. Zuletzt ist sein ambitionierter Film „The Cut“ gefloppt. Als man ihm vor einem Jahr antrug, Wolfgang Herrndorfs wunderbaren Roman „Tschick“ zu verfilmen, musste er nicht lange überlegen.

Herr Akin, alle lieben „Tschick“. Und jeder, der den Roman kennt, hat seine eigenen Bilder im Kopf. Musste der Film wirklich sein?

Ja natürlich. Ich finde, jede gute Geschichte hat das Recht, verfilmt zu werden. Filme sind früher nur durch Bücher entstanden. „Moby Dick“ wurde verfilmt, die Bibel. Wenn ein Film dazu beiträgt, dass ein Buch noch mehr gelesen wird, warum denn nicht.

Der Roman wurde zwei Millionen Mal verkauft, in 24 Sprachen übersetzt, am Theater wird „Tschick“ zurzeit öfter gespielt als „Faust“. Konnten Sie sich bei der Arbeit überhaupt von dem Erfolgsdruck frei machen?

Ziemlich frei. Man muss das wie Tschick machen, wie die Figur. Mit einem gewissen Leichtsinn. Einfach losfahren. Wenn man da zu zögerlich ist und sich fragt, wie kann ich es allen recht machen, dann geht das nicht. Ich glaube ja nicht, dass es eine Version von „Tschick“ gibt, es gibt zwei Millionen Versionen. Weil jeder Leser das Buch anders empfindet.

Was war Ihr Tschick-Moment?

Ich war auch mal sehr unglücklich in ein Mädchen in meiner Klasse verliebt, das mich nicht mit dem Arsch angeguckt hat. Das ging länger als bei „Tschick“, jahrelang. Das hat mir ganz schön das Herz gebrochen. Irgendwann hat sich das Leben gedreht. Dann wollte sie was von mir, aber ich nichts mehr von ihr. Der Herrndorf hat das auf eine charmante Weise beschrieben. Das und die Freundschaft der Jungs. Freundschaft ist ähnlich wie ’ne Beziehung. Man bumst nicht, aber man muss dran arbeiten. Und Isa. Ich finde Isa ist ein toller Charakter, da wollte ich gern ein Bild zu malen. [...]

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Fatih Akin ist schmaler geworden seit unserem Interview vor zwölf Jahren, als sein Film „Gegen die Wand“ in die Kinos kam. Er ist heute auch etwas leiser. Es ist viel passiert seit damals. Nach dem riesigen Erfolg jener Tage musste er erste Niederlagen einstecken. Zuletzt ist sein ambitionierter Film „The Cut“ gefloppt. Als man ihm vor einem Jahr antrug, Wolfgang Herrndorfs wunderbaren Roman „Tschick“ zu verfilmen, musste er nicht lange überlegen.

Herr Akin, alle lieben „Tschick“. Und jeder, der den Roman kennt, hat seine eigenen Bilder im Kopf. Musste der Film wirklich sein?

Ja natürlich. Ich finde, jede gute Geschichte hat das Recht, verfilmt zu werden. Filme sind früher nur durch Bücher entstanden. „Moby Dick“ wurde verfilmt, die Bibel. Wenn ein Film dazu beiträgt, dass ein Buch noch mehr gelesen wird, warum denn nicht.

Der Roman wurde zwei Millionen Mal verkauft, in 24 Sprachen übersetzt, am Theater wird „Tschick“ zurzeit öfter gespielt als „Faust“. Konnten Sie sich bei der Arbeit überhaupt von dem Erfolgsdruck frei machen?

Ziemlich frei. Man muss das wie Tschick machen, wie die Figur. Mit einem gewissen Leichtsinn. Einfach losfahren. Wenn man da zu zögerlich ist und sich fragt, wie kann ich es allen recht machen, dann geht das nicht. Ich glaube ja nicht, dass es eine Version von „Tschick“ gibt, es gibt zwei Millionen Versionen. Weil jeder Leser das Buch anders empfindet.

Was war Ihr Tschick-Moment?

Ich war auch mal sehr unglücklich in ein Mädchen in meiner Klasse verliebt, das mich nicht mit dem Arsch angeguckt hat. Das ging länger als bei „Tschick“, jahrelang. Das hat mir ganz schön das Herz gebrochen. Irgendwann hat sich das Leben gedreht. Dann wollte sie was von mir, aber ich nichts mehr von ihr. Der Herrndorf hat das auf eine charmante Weise beschrieben. Das und die Freundschaft der Jungs. Freundschaft ist ähnlich wie ’ne Beziehung. Man bumst nicht, aber man muss dran arbeiten. Und Isa. Ich finde Isa ist ein toller Charakter, da wollte ich gern ein Bild zu malen.

– Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/24711996 ©2016

Fatih Akin ist schmaler geworden seit unserem Interview vor zwölf Jahren, als sein Film „Gegen die Wand“ in die Kinos kam. Er ist heute auch etwas leiser. Es ist viel passiert seit damals. Nach dem riesigen Erfolg jener Tage musste er erste Niederlagen einstecken. Zuletzt ist sein ambitionierter Film „The Cut“ gefloppt. Als man ihm vor einem Jahr antrug, Wolfgang Herrndorfs wunderbaren Roman „Tschick“ zu verfilmen, musste er nicht lange überlegen.

Herr Akin, alle lieben „Tschick“. Und jeder, der den Roman kennt, hat seine eigenen Bilder im Kopf. Musste der Film wirklich sein?

Ja natürlich. Ich finde, jede gute Geschichte hat das Recht, verfilmt zu werden. Filme sind früher nur durch Bücher entstanden. „Moby Dick“ wurde verfilmt, die Bibel. Wenn ein Film dazu beiträgt, dass ein Buch noch mehr gelesen wird, warum denn nicht.

Der Roman wurde zwei Millionen Mal verkauft, in 24 Sprachen übersetzt, am Theater wird „Tschick“ zurzeit öfter gespielt als „Faust“. Konnten Sie sich bei der Arbeit überhaupt von dem Erfolgsdruck frei machen?

Ziemlich frei. Man muss das wie Tschick machen, wie die Figur. Mit einem gewissen Leichtsinn. Einfach losfahren. Wenn man da zu zögerlich ist und sich fragt, wie kann ich es allen recht machen, dann geht das nicht. Ich glaube ja nicht, dass es eine Version von „Tschick“ gibt, es gibt zwei Millionen Versionen. Weil jeder Leser das Buch anders empfindet.

Was war Ihr Tschick-Moment?

Ich war auch mal sehr unglücklich in ein Mädchen in meiner Klasse verliebt, das mich nicht mit dem Arsch angeguckt hat. Das ging länger als bei „Tschick“, jahrelang. Das hat mir ganz schön das Herz gebrochen. Irgendwann hat sich das Leben gedreht. Dann wollte sie was von mir, aber ich nichts mehr von ihr. Der Herrndorf hat das auf eine charmante Weise beschrieben. Das und die Freundschaft der Jungs. Freundschaft ist ähnlich wie ’ne Beziehung. Man bumst nicht, aber man muss dran arbeiten. Und Isa. Ich finde Isa ist ein toller Charakter, da wollte ich gern ein Bild zu malen.

– Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/24711996 ©2016

Fatih Akin ist schmaler geworden seit unserem Interview vor zwölf Jahren, als sein Film „Gegen die Wand“ in die Kinos kam. Er ist heute auch etwas leiser. Es ist viel passiert seit damals. Nach dem riesigen Erfolg jener Tage musste er erste Niederlagen einstecken. Zuletzt ist sein ambitionierter Film „The Cut“ gefloppt. Als man ihm vor einem Jahr antrug, Wolfgang Herrndorfs wunderbaren Roman „Tschick“ zu verfilmen, musste er nicht lange überlegen.

Herr Akin, alle lieben „Tschick“. Und jeder, der den Roman kennt, hat seine eigenen Bilder im Kopf. Musste der Film wirklich sein?

Ja natürlich. Ich finde, jede gute Geschichte hat das Recht, verfilmt zu werden. Filme sind früher nur durch Bücher entstanden. „Moby Dick“ wurde verfilmt, die Bibel. Wenn ein Film dazu beiträgt, dass ein Buch noch mehr gelesen wird, warum denn nicht.

Der Roman wurde zwei Millionen Mal verkauft, in 24 Sprachen übersetzt, am Theater wird „Tschick“ zurzeit öfter gespielt als „Faust“. Konnten Sie sich bei der Arbeit überhaupt von dem Erfolgsdruck frei machen?

Ziemlich frei. Man muss das wie Tschick machen, wie die Figur. Mit einem gewissen Leichtsinn. Einfach losfahren. Wenn man da zu zögerlich ist und sich fragt, wie kann ich es allen recht machen, dann geht das nicht. Ich glaube ja nicht, dass es eine Version von „Tschick“ gibt, es gibt zwei Millionen Versionen. Weil jeder Leser das Buch anders empfindet.

Was war Ihr Tschick-Moment?

Ich war auch mal sehr unglücklich in ein Mädchen in meiner Klasse verliebt, das mich nicht mit dem Arsch angeguckt hat. Das ging länger als bei „Tschick“, jahrelang. Das hat mir ganz schön das Herz gebrochen. Irgendwann hat sich das Leben gedreht. Dann wollte sie was von mir, aber ich nichts mehr von ihr. Der Herrndorf hat das auf eine charmante Weise beschrieben. Das und die Freundschaft der Jungs. Freundschaft ist ähnlich wie ’ne Beziehung. Man bumst nicht, aber man muss dran arbeiten. Und Isa. Ich finde Isa ist ein toller Charakter, da wollte ich gern ein Bild zu malen.

– Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/24711996 ©2016

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